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Die Geschichte meiner Eltern

Das was meine Mutter organisiert hatte, war eine traumhafte Märchenhochzeit schlechthin. Sie hatte kein Detail dem Zufall überlassen. Aber am schönsten fand ich ihr Kleid. Sollte ich mal heiraten, möchte ich genauso ein Kleid haben. Vielleicht sogar das gleiche. Mom wäre auf jeden Fall sehr entzückt davon. Aber ich will jetzt gar nichts groß weiter erzählen und euch die Bilder der Hochzeit zeigen. Mom und Dad warteten schon draußen vor der Türe auf die Gäste... knutschend natürlich! Von der Idee, die Braut sollte vom Bräutigam nicht vor der Zeremonie gesehen werden, hielten beide nicht viel.

Oma und Opa saßen in der ersten Reihe. (Die Eltern meiner Mutter. Oma in der Mitte, Opa ist der Herr mit den braunen Haaren rechts von ihr. Nicht wundern, er stand schon immer auf Haarfärbemittl!) Die Trauung war sooo süß. Ich wäre so gerne dabei gewesen. Aber man kann ja nicht alles haben. Sollte ich mal heiraten, dann werde ich auch eine Märchenhochzeit wollen! Definitiv! Aber was ich meinem Dad nie zugetraut hätte, ist, dass er meiner Mom ein Gedicht vorgetragen hat.

Nimm hin den Ring der Treue,
Dies Bild der Ewigkeit!
O, dass Misstraun oder Neue
Seinen Anblick nie entweihe!
Dass es unsres Bundes Herzlichkeit
Jeden Morgen dir erneue!
Dass noch einst, durchströmt von Dankbarkeit,
Sich dein Herz der langen Reihe

Dann hat er ihr den Ring angesteckt. Ich hoffe, mein zukünftiger Mann wird mir auch ein Gedicht aufsagen. Schön wärs ja... aber ich möchte euch nicht weiter aufhalten die nächsten Bilder anzuschauen.

Ganz süß, fand ich den Brauch, dass der Bräutigam den Kuchen anschneidet und seiner Braut den ersten Happen gibt. Eigentlich könnte man dahiner ja auch was ganz fieses sehen. Vielleicht wollte der Mann, früher, testen ob der Kuchen vergiftet war. Ok... ich hör ja schon auf. Aber hier passt ganz klar ein Zitat aus einem der berühmtesten Liebesfilme der Weld. Casabianco - Friss mir aus der Hand, Kleines!

Es wurde gegessen und geschlemmt. Allerdings machte ihnen der Liebe Gott, einen Strich durch die Rechnung und es begann zu regnen. Sofort schnappten sich alle Gäste ihre Habseligkeiten und verschwanden im Hausinneren. Es muss verdammt voll gewesen sein, in diesem Wohnzimmer. Doch der Regenguss war nur kurz gewesen und schon bald konnten alle wieder nach draußen gehen.

Als alle wieder draußen waren, erhob Grandpa das Glas um einen Tost auf die Frischvermählten zu sprechen. Bei Gelegenheit muss ich meine Eltern mal fragen, wer der Typ im schweinchenrosa Anzug war. Ich meine... Schweinchenrosa...

Dann war es an der Zeit, das Tanzparkett zu eröffnen. Intus hatten ja alle schon genug. Also gingen meine Eltern als erstes in die Mitte und tanzten den ersten Tanz als Mann und Frau oder soll ich besser sagen Als Ehemann und Ehefrau. Ich find das immer witzig, wenn der Pfarrer dann sagt, nun seid ihr Mann und Frau. Da konnte ich es oft nicht verhindern, dass mir ein "Und was waren sie vorher" herausplatz. Und ich habe große Angst, dass ich genau das den Pfarrer an meiner Hochzeit frage...

Bis heute weiß ich nicht, wohin die Limo die beiden gebracht hat. Meine Eltern grinsen einfach nur. Es war ein Geschenk meiner Großeltern gewesen. Dad meinte damals nur, dass ihm ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen war damit. Nun ja... vielleicht bekomme ich es doch noch mal raus.

Als sie von ihrem Ausflug zurück kamen, war die Hochzeitsnacht angesagt. Vermutlich muss ich auch hier keine genaueren Angaben machen, was man in einer Hochzeitsnacht macht... aber eins lasst euch gesagt sein... in dieser Nacht, hatte mein Leben seinen Ursprung gefunden ;-)

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