Aufgabe 2

 

Nun ja... bisher war Gärtnern nicht wirklich mein großes Hobby... und wenn ich ehrlich bin, schaut euch doch mal meinen Garten an. Er ist alles andere als... Eden? Nein, ich bin ständig hinterher, weil mein Obstzeug ständig am verwelken ist. Aber man muss es auch mal von der positiven Seite sehen... jetzt hab ich Tomaten zum abwinken. Aber das beste an diesem Tag kam noch...
... nämlich in dem Augenblick als ich in die Wohnung kam. Oh man, das war ein Ausblick. Ok, aber ich konnte jetzt ja nicht zu Kai hingehen und sagen "Hey Süßer... du hast einen total genialen Knackarsch... ja genau so bleiben." Nein, das wäre doch ein wenig ähm... peinlich? Beknackt? Kindisch? Aber na ja... ich bin dann doch wohl ein wenig anders als Kai. Könnt ihr mein Seufzen hören? Ich will ihn ja nicht verjagen.
Aber ein wenig Tanzen hat ja noch keinem geschadet, oder? Ob ich wohl zu aufdringlich bin? Aber Kai muss doch damit rechnen, dass ich mit ihm tanze wenn er in mein Haus einzieht.
Womit ich nicht gerechnet habe, war dass Kai mich an diesem Abend zum Essen einlud. Aber ich muss zugeben, ich hab mich gefreut wie ein kleiner Schneekönig. Und das Essen war ja auch lecker.
Ein paar Tage nach unserem Abendessen (nach dem rein gar nichts passiert ist - verdammt!) hatte Kai einen Fall bekommen an dem er ausrücken musste. Irgend ein Nachbar hatte sich bei der Polizei beschwert. Von wegen Ruhestörung und so. Nun ja... da er pflichtbewusst ist, musste er hingehen.
Allerdings wusste keiner so richtig warum diese Anzeige zustande gekommen war. Und so wurde Kai wenigstens auf eine Tasse Kaffee eingeladen. Als Entschuldigung.
Ich hatte so gar keine Ahnung mit wem sich Kai da nur angefreundet hatte... oh wenn ich das nur vorher gewusst hätte, ich hätte ihm so die Hölle heiß gemacht.
Kai erzählte mir am nächsten Tag von seiner neuen Bekanntschaft und dass wir dort eingeladen waren. Nun ja, ich hab ja nichts gegen neue Bekanntschaften... wenn sie doch wenigstens neu gewesen wären. Auf jeden Fall begann Kai plötzlich was von Hunger zu reden... ich war irgendwie nervös, als wir hier so da saßen und daher nahm ich diese Gelegenheit und...
... fing an zu grillen. Kai hat das Essen wohl auch gut geschmeckt, sofern man seinen Geräuschen glauben schenken mochte. Nach dem Essen bin ich dann ein wenig den Strand runtergelaufen und plötzlich...
... packte mich Kai und massierte mir die Mandeln. Gut, ganz so tragisch war es nicht. Aber ich war im ersten Augenblick komplett verwirrt als ich plötzlich seine Lippen auf meinen spürten und es dauerte eine ganze Weile bis ich realisieren konnte, dass es kein Traum war. Danach war der Kuss nur noch schöner. Oh verdammt... Kai ist der weltbeste Küsser... und er lebt in meinem Haus!
Als ich am nächsten Morgen die Zeitung holen wollte, fing mich Kai ein, nahm mich bei den Händen und lächelte breit. Oh Gott... so ein herrliches Lächeln hab ich noch nie gesehen. Es ist so... umwerfend.
Dann legte mir Kai seine Hand auf die Schulter und flüsterte mir etwas ins Ohr. Zuerst dachte ich, ich hab mich verhört. Doch dann wiederholte Kai seine Worte. "Marcel, ich denke ich hab mich in dich verliebt und dies war auch der Grund warum ich hier einzog. Weil ich bei dir sein wollte. Und jetzt... da ich weiß, dass ich dir auch nicht egal bin, würde ich mir wünschen, wenn wir es zusammen versuchen würden. Als Paar." Meine Knie waren so weich dass mich Kai erst mal auffangen musste.

Na ja, der Abend war dann alles andere als schön. Wir waren bei Kai's neuen "Freunden" eingeladen. Nur dass sich diese Freunde als meien Familie heraus gestellt habe vor der ich geflüchtet bin. Meine Eltern, meine Geschwister und mein, warum auch immer er jetzt bei meiner Familie wohnt, mein Cousin. Die Torfnase mit der Brille im übrigen... Aber es kam wie es kommen musste. Meine Schwester und ich lagen uns sofort in den Haaren. Mein Cousin meinte dann auch noch sich einmischen zu müssen. Torfnase. Der einzige der sich raushielt, war mein kleiner Bruder.

Kaum kam mein Vater nach Hause, oder in deren neues Heim, ging es gerade weiter. Er hob sich die Nase zu und fing an von wegen das Haus stänke so sehr. Mir war schon klar, dass er mich meinte. Was mich richtig sauer machte. Ich machte meinem Vater praktisch die Hölle heiß. Die Worte welche fielen, möchte ich nicht noch mal wiederholen.
Und zu guter Letzt kamen dann auch noch Kai und ich uns in die Haare. Er wollte sich entschuldigen doch ich gab ihm gar keine Chance. Mir rutschte sogar die Hand aus. Was mir furchtbar leid tat. Vor allem da ich kein gewaltätiger Mensch bin. Oh Gott mir war einfach nur noch nach heulen. Kai konnte mich verstehen und nahm mich in die Arme. In dem Moment kam mein Vater raus.
Er beleidigte mich. Enterbte mich regelrecht. Er wollte mit mir nichts mehr zu tun haben und ich solle mich nie wieder in der Familie blicken lassen, solange ich nicht wieder zu Verstand kommen würde und "Normal" sei. Denn mein Lebensstil sei nicht akzeptabel, eine Sünde und bla bla bla.
Was ich danach sagte, fällt regelrecht unter den Jugendschutz. Doch die Antwort war eine Faust mitten in mein Gesicht. Mein eigener Vater... ich hasse ihn! Er nur noch einen Sohn? Gut... kann er haben. Auf wiedersehen!!!
Ich war die nächsten Tage einfach nur schlecht drauf und depressiv. Kai wollte nicht, dass ich so durch das Leben wegetierte und so entschied er sich ein wenig mich aufzuheitern. Ich mein dieser Anblick heitert mich schon auf... aber was er danach gemacht hat... war um Längen besser!
Ich steh doch so auf Uniformen... Als ich von der Arbeit heim kam, stand Kai plötzlich mit den Handstellen hinter der Tür. "Tut mir leid... sie sind hiermit festgenommen", hatte er mir ins Ohr geflüstert als er mir die Handschellen anlegte und mich ins Haus trug.
Gott das war einfach nur richtig süß. Auf so eine Idee konnte nur Kai kommen. Nun ja... er ließ noch ein wenig den "Bullen" heraushängen und ich konnte ihn nur küssen.
Nun ja... danach musste ich in Verwahrung gebracht werden... und was darin passierte? Absolut nicht für andere Augen und Ohren geeignet!
Tage später hatte unsere Nachbarin Nachwuchs bekommen. Gott die Kleine war so süß und ich konnte nicht genug von ihr bekommen.
Spielen...
... und Fläschchen geben, sogar Windeln wechseln. Ich liebte es dies zu tun. Am liebsten hätte ich die Kleine mit heim genommen. Ich wünsche mir auch irgendwann mal ein eigenes Kind. Aber bis es soweit ist, muss erst mal das Haus ausgebaut werden, Kai und ich müssen eine Zeitlang zusammen bleiben und gegebenenfalls sogar heiraten. Dann kann man noch mal über Kinder reden. Aber sie ist soooo süß...
Eines Abends rief mich mein kleiner Bruder an, ich solle doch bitte vorbei kommen. Nun ja... warum ich es getan habe, wusste ich nicht mehr genau. Aber er wollte einfach mit mir reden und bat mich, dass wir weiterhin Freunde bleiben würden. Als mein Vater aus dem Fenster sah und mich entdeckte, drehte er sich um und tat so als wäre ich nicht da. Ich war den Tränen nahe. Wie gut, dass auch Kai mit dabei war.
Dann taten wir etwas total kindisches... wir knutschten vor dem neuen Haus meiner Familie... nur um meinen Vater noch mehr in die Weißglut zu bringen... ja... manchmal muss eben auch das Kind in mir raus.
KAI

MARCEL